Denkanstoß Mai 2018

 

Im alten Ortskern eines Dorfes wurden im Winter die baufälligen Häuser abgerissen und
dem Erdboden gleich gemacht. Riesige Schuttberge wurden aufgetürmt. Alles sieht
chaotisch, wüst und trostlos aus. Als ich neulich an solch einem Schutthaufen vorbei ging,
traute ich meinen Augen nicht: Zwischen all dem Geröll, zwischen Sand und Steinen
blühte der Löwenzahn. Auf all dem trostlosen Schutt war das frische Grün der Blätter und
das kräftige, kecke Gelb der Blüte ein wohltuender Farbklecks. Noch nie habe ich einen
Löwenzahn so schön empfunden wie auf diesen Schuttbergen.
Obwohl die Lebensbedingungen für Pflanzen auf dem Schuttberg nicht ideal sind, leben
sie doch. „Das Leben ist doch stärker, als alles Lebensverneinde und Zerstörerische“,
dachte ich.


Für mich wurde das ein Bild für die Pfingst- und Trinitatiszeit.
Wo Gott mit der Kraft des Auferstandenen und seinem Geist eingreift, da entsteht auf dem
Schutt, auf dem Geröll, aus der Wüste des Lebens ein neues, ein schönes Leben. Wo
Gott eingreift, da kommt eine kecke Farbe und Frische ins Leben hinein.
Die Natur gibt uns im Frühling für mache geistliche Wahrheit ein anschauliches Beispiel.
Für Mose, Israel, für Johannes den Täufer und für Jesus und viele andere, war die Wüste
der Ort an denen sie Gott begegnet sind und sie seine Kraft erfahren haben. In der Wüste
wurden sie zu den Menschen, wozu sie von Gott erschaffen, berufen und gesandt waren.


Anders ausgedrückt: Durch den Geist Gottes fängt selbst die Wüste an zu blühen wie
diese Trümmerlandschaft in diesem Dorf. Richard Rohr schreibt dazu:
„ Um mit dem Geist erfüllt zu werden, müssen wir um den Geist bitten.
Aber es genügt nicht, mit den Lippen zu bitten. Wir müssen uns
unserer Selbstzufriedenheit entledigen, wenn wir den Heiligen Geist
empfangen wollen. Wir müssen uns unserer Götzen entledigen, wenn
wir Platz schaffen wollen für den wahren Gott in uns. Wir müssen...uns
der eigenen Nichtigkeit bewußt sein, damit Gott der Schöpfer, aus dem
Nichts etwas machen kann.“
Aus (Das auferstandene Buch S. 123)


In diesem Sinn wünsche ich Ihnen alle eine gesegnet Trinitatiszeit.

 

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Günther Röhm mit Susanne, Deborah, Esther und Simon

 

P.S. Falls Sie ein persönliches Gespräch wünschen, wir Gemeinschaftspastoren
nehmen uns gerne Zeit für Sie. Sprechen Sie uns in den Gemeinschaftsstunden an.

Sie können auch anrufen oder mailen:


Günther Röhm, 07431/51374 oder Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailguenther.roehm(at)sv-web.de


Marco Görtler, 07433/382687 oder Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailmarco.goertler(at)sv-web.de


Weitere Seelsorgemöglichkeit:

Bärbel Schmid, 07431/54370 oder Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailschmidbaerbel(at)gmx.de