Denkanstoß Nov 2018

Seit Jahren beobachte ich: In vielen Geschäften werden bereits Ende September schon Weihnachtsartikel angeboten. Dieses Jahr sind bei hochsommerlicher Hitze manche Schokofiguren im Laden geschmolzen. Inzwischen flattern jeden Tag Prospekte ins Haus, die mir raten, mit welchen Kleidern, Essen, Getränken und Geschenken ich mich auf Weihnachten vorbereiten soll. Die Geschäftsleute verstehen es, auf ihre Art auf Weihnachten aufmerksam zu machen. Wer im Geschäftsleben „zu spät kommt, den bestraft das  Leben“.

 

Unwillkürlich drängt sich mir die Frage auf:
Wie bereite ich mich uns als Christ auf Weihnachten vor?

 

Ich habe oft den Eindruck, dass sich viele nur äußerlich auf Weihnachten einstellen. Einkaufen, Putzen, Backen, Wohnung dekorieren, Briefe und Karten verschicken, Urlaubsvorbereitungen treffen und und und.... In vielen Familien ist diese heilige immer eine besonders eilige Zeit. Das Fazit: Am Heiligen Abend brechen viele erschöpft unter dem Weihnachtsbaum zusammen.

 

Seit Jahren habe ich die Praxis, in der Adventszeit eine Woche lang ins Kloster zur Einkehr zu fahren. Das ist mir leider in diesem Jahr nicht möglich. Die Adventszeit ist eigentlich  dazu gedacht, dass der Mensch zur Ruhe kommt, still wird, Bilanz zieht, seine Wurzeln wieder zur Quelle des Lebens hin streckt.
Traditionell liegt in unserem Kulturkreis Weihnachten in der dunkelsten Zeit des Jahres. In der Stille wird mir immer wieder bewusst, dass die äußerliche Dunkelheit auch die innere Dunkelheit symbolisiert: Da wurde ich schuldig, da ist ein unbereinigter Konflikt, da steht eine ungelöste Frage im Raum und und und....
Stille bedeutet, die eigene Dunkelheit zunächst einmal auszuhalten und nicht geschäftig versuchen, sie mit irgendwelchen „künstlichen“ Lichtern schön zu schmücken und schön zu reden.

 

Dann erlebe ich immer wieder, „das Licht scheint in der Finsternis“ (Joh. 1,5a) Das Licht ist da! Es leuchtet. Es ist warm. Es ist hell. Ich stelle immer wieder fest: Es liegt nicht am Licht, wenn ich sein Leuchten, seine Wärme und seine Helligkeit nicht wahrnehme, sondern es liegt an mir selbst. Im Evangelium heißt es deshalb: „und die Finsternis hat's nicht ergriffen“ (Joh. 1,5b). Mit andern Worten: Ich bin oft mit mir selbst und den Äußerlichkeiten beschäftigt.

 

Ich wünsche allen, die diese Zeilen lesen, dass sie sich in den Tagen des Advents so viel Zeit nehmen, um das Licht, das in der Finsternis wirklich scheint, auch wahr zu nehmen. Dann können wir an Weihnachten mit Paul Gerhardt singen:

„Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich anbetend stehen.
O dass mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel' ein weites Meer,
dass ich dich möchte fassen!“

 

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und für das neue
Jahr alles Gute


Ihr

Günther Röhm mit Susanne, Deborah, Esther und Simon

 

P.S. Falls Sie ein persönliches Gespräch wünschen, wir Gemeinschaftspastoren
nehmen uns gerne Zeit für Sie. Sprechen Sie uns in den Gemeinschaftsstunden an.

Sie können auch anrufen oder mailen:


Günther Röhm, 07431/51374 oder Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailguenther.roehm(at)sv-web.de


Marco Görtler, 07433/382687 oder Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailmarco.goertler(at)sv-web.de


Weitere Seelsorgemöglichkeit:

Bärbel Schmid, 07431/54370 oder Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailschmidbaerbel(at)gmx.de