Fünfter Denkanstoß zum Coronavirus

„Digitalisierung“! Dieses Wort wurde in diesen Coronazeiten zum Zauberwort.

Ohne das Haus zu verlassen nimmt der oder die eine am Bildschirm an Sitzungen und Konferenzen teil, macht Besuche, bildet sich weiter, kauft ein, sucht und findet Freundschaften, befriedigt seine Sexualität, nimmt an Gottesdiensten teil, sucht sich seine Informationen. Wenn jemand trotzdem sein Haus verlässt, überwacht die Corona-App jeden Schritt, den er oder sie macht, und warnt vor möglichen Virenträgern...

Die Digitalisierung ermöglicht Dinge, die vor 10 Jahren undenkbar waren. Es gibt nichts, was ich nicht digital bekommen kann - außer die täglichen Mahlzeiten, die brauche ich nach vor analog...

Inzwischen haben fast alle christlichen Gemeinden in der Coronazeit auf digitale Gottesdienste umgestellt – auch wir in unserem Gemeinschaftsbezirk. Ich bin dankbar, dass wir diese technischen Möglichkeiten haben. So konnten wir unserem Auftrag nachkommen und auf diese Weise, als Gottesdienste verboten waren, das Evangelium verkündigen. Ich danke auch den jungen Leuten, die diese Gottesdienste „ins Netz“ gestellt haben. Ich bin auch beeindruckt von den „Klicks“, die unsere Gottesdienste bekommen haben – weit über unseren Gemeinschaftsbezirk hinaus. Manche wünschen inzwischen sogar, dass christliche Gemeinde künftig in dieser digitalen Form stattfindet... „Ich kann mir zu jeder Zeit einen Gottesdienst ansehen, und wenn er mir nicht gefällt einen anderen suchen“ sagte jemand. Schön!?

Was ist christliche Gemeinde?
Kann eine christliche Gemeinde digital existieren?

Paulus schreibt in 1. Kor. 12,27 an die Christen „Ihr aber seid der Leib Christi...“
Mit anderen Worten: Die christliche Gemeinde ist der Leib Christi in dieser Welt.
Das unterscheidet Juden von Christen. Für Juden ist Gott sozusagen „digital“ in diese Welt gekommen. Er hat sein Wort und sein Gesetz aus der Distanz offenbart. Jeder kann zu jeder Zeit sein Wort lesen, und wenn ihm das eine Wort nicht gefällt, ein anderes suchen.

In Jesus „wurde das Wort Fleisch“ (Joh. 1,14) also analog. Gott wurde Mensch – ein Mensch aus Fleisch und Blut. Dieses Menschsein Gottes in Jesus setzt sich in der Gemeinde, im Leib Christi fort.
Jesus sagt: „Wer euch hört, der hört mich!“ (Luk. 10, 16)

Die leibliche Gegenwart anderer Christen ist dem Gläubigen eine Quelle unvergleichlicher Freude und Stärkung… Der Gefangene, der Kranke, der Christ in der Zerstreuung erkennt in der Nähe des christlichen Bruders ein leibliches Gnadenzeichen der Gegenwart des dreieinigen Gottes“ so schreibt Dietrich Bonhoeffer in seinem lesenswerten Büchlein: „Gemeinsames Leben“.

Christliche Gemeinde kann also nicht digital existieren! Ich brauche den Bruder und die Schwester, die mir das sagen, was ich mir selbst nicht sagen kann.

Wenn christliche Gemeinde digital funktionieren würde, hätte Gott in Jesus nicht Mensch werden müssen, sondern er hätte uns das „digitale Paket“ seines Wortes überlassen, so dass sich jeder nach seinem Geschmack, das rausliest, was ihm gefällt.

Ich freue mich, dass nach einigen Wochen „digitaler Gottesdienste“ die Sehnsucht nach wirklicher Gemeinschaft bei vielen unserer Geschwister zu spüren war. Ich bin auch gespannt, wie es jetzt in den einzelnen Gemeinschaften weiter geht. Und ich freue mich auch, Sie und Euch wieder leibhaftig „im Fleisch“, also analog zu sehen.

Trotzdem verweise ich auf die online-Angebote, die hier auf der Homepage verlinkt sind, ganz nach dem Motto: „Prüfet alles und das Gute behaltet. (1. Thess. 5, 21)

Ihr Günther Röhm

Wir Gemeinschaftspastoren sind selbstverständlich auch in Coronazeiten für Sie da. Wir reden und beten gerne mit Ihnen. Wir besuchen Sie auch und nehmen uns für Sie Zeit und hören Ihnen zu. Rufen Sie uns an.

Sie können gerne auch mailen:

Günther Röhm, 07431/51374 oder Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailguenther.roehm(at)sv-web.de ,

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Friedemann Tröger, 07431-1388044 oder Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailfriedemann.troeger(at)sv-web.de ,

Manuel Braunmiller, 0177-6930683 oder Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailmanuel.braunmiller(at)sv-web.de ,

Bärbel Schmid, 07431/54370 oder Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailschmidbaerbel(at)gmx.de